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Die Geschichte der Zeitungen in Deutschland

Teil 5

Presse und Medien im 20. Jahrhundert

Ein erstes Handbuch der Presse  (des Zeitungs-  und Zeitschriftenwesens)  ist das von dem Lexikographen  Joseph Kürschner (* Gotha 1853, † Windischmatrei [heute Matrei, Osttirol] 1902) herausgegebene "Handbuch der Presse. Für Schriftsteller, Redaktionen, Verleger, überhaupt für alle, die mit der Presse in Beziehung stehen", Berlin 1902.

In Deutschland wurde die erste Rotationsmaschine, die gleichzeitig Text und Bilder drucken konnte,  1902 für den Druck der "Berliner Illustrirten Zeitung" (Berlin 1892-1945, seit 1894 im Verlag Ullstein) in Betrieb genommen.

Die 1876 gegründete, 1878 vom Ullstein-Verlag, Berlin, erworbene Tageszeitung "Berliner Zeitung" wurde 1904 mit ihrer Titeländerung "B. Z. am Mittag" eine der ersten deutschen Kaufzeitungen. Sie erschien bis 1943 und wurde 1953 als  Berliner Morgenzeitung mit dem Titel   "B. Z." neu gegründet.

Berliner Zeitung

Wenn auch die erste deutsche zeitungswissenschaftliche Dissertation schon 1690 angefertigt wurde, hat sich die Zeitungskunde (später: Publizistik) als Universitätsfach erst in diesem Jahrhundert und zudem nur zögernd etabliert. Der Volkswirtschaftler und Soziologe Karl Bücher (* Kirberg [bei Limburg a.d. Lahn ] 1847, † Leipzig 1930) gründete 1917 an der Universität Leipzig das    Institut für Zeitungskunde  und wurde damit zum Begründer der Publizistik an deutschen Universitäten.

Die ersten deutschen Tageszeitungen nach dem Zweiten Weltkrieg waren zunächst Nachrichtenblätter der örtlichen Militärverwaltungen, denen die in allen Besatzungszonen von den Militärregierungen für die deutsche Bevölkerung zentral herausgegebenen Tageszeitungen folgten: sowjetische Zone: "Tägliche Rundschau", Berlin (Ost) 15. 5. 1945 - 1955; amerikanische Zone: "Die Neue Zeitung", München 18. 10. 1945 - 30. 1. 1955; britische Zone: "Die Welt", Hamburg 2. 4. 1946 ff.; französische Zone; "Nouvelles de France", Baden-Baden (später Konstanz) 15. 9. 1946 - 1948 (französisch/ deutsch).
Gleichzeitig gaben die Kontrollbehörden der Militärverwaltungen Lizenzen für Zeitungen (und Zeitschriften) ab. Am 1. 8. 1945 erschien als erste Lizenzzeitung die "Frankfurter Rundschau".

Nach Aufhebung des Lizenzzwangs im September 1949 gründeten die Altverleger wieder ihre Zeitungen, was zu dem für Deutschland charakteristischen Bild einer vielfältigen Tagespresse mit kleinen Lokal- und mittleren Regionalzeitungen führte. In der sowjetischen Zone wurde die Presse nach einheitlichen Parteigesichtspunkten orientiert.

Am 15. Dezember 1946 brachte der Axel Springer Verlag, Berlin (West), mit dem Wochenblatt "Hör zu.  Rundfunkzeitung des Nordwestdeutschen Rundfunks" die erste deutsche Nachkriegsillustrierte auf den Markt.

Der Typ des Nachrichtenmagazins wurde in Deutschland mit der Wochenzeitschrift "Der Spiegel" eingeführt (gegründet in Hannover am 16. 11. 1946 als "Diese Woche" von Offizieren der britischen Informationskontrolle zusammen mit deutschen Redakteuren, u.a. dem Publizisten Rudolf Augstein[* Hannover 1923], und vom 4. 1. 1947 an von diesem als Lizenzträger und Herausgeber als "Der Spiegel" weitergeführt, seit 1952 mit Sitz in Hamburg

Elvis im Spiegel

Die Sonntagszeitung ist ein selbständiger oder als Sonntagsausgabe einer Tageszeitung speziell sonntags erscheinender Pressetyp. Die erste deutsche Sonntagszeitung wurde in Berlin am 1. August 1948 mit der "Welt am Sonntag" gegründet.

Am 24. Juni 1952 erschien die erste Ausgabe der "BILD -  Zeitung"  im Axel Springer Verlag, Hamburg. Sie war die erste deutsche (überregionale) Kaufzeitung nach dem Zweiten Weltkrieg und wurde mit einer Startauflage von 250 000 Exemplaren zum Preis von 10 Pfennigen verkauft. (Ab 1972 unter dem Titel "BILD".)

Da die Blindenschrift (Brailleschrift) im allgemeinen nur von den in jüngeren Jahren Erblindeten erlernt wird, sind die auf Tonband gelesenen "sprechenden" Bücher sowie Zeitschriften und Zeitungen (Hörbücher, -zeitschriften, -zeitungen) sehr verbreitet. Die von dem Blindenverein der Stadt Wuppertal e.V. in Zusammenarbeit mit der "Westdeutschen Zeitung" in Wuppertal seit März 1969 herausgegebene Tonbandkassettenzeitung "Tönende Wuppertaler Wochenschau" mit Nachrichten und Berichten aus Wuppertal ist vermutlich die älteste lokale Hörzeitung für Blinde und Seebehinderte in der Bundesrepublik Deutschland. (Jeden Samstag erscheint eine 90-Minuten-Ausgabe, die an die Bezieher [1991: rd. 260] mit der Post gebührenfrei ["Blindensendung"] geschickt wird.)

Nach den Zeitungen in Blindenschrift (Brailleschrift) und den Tonbandkassettenzeitungen (Hörzeitungen), die mit unterschiedlichem Zeitverzug arbeiten, wurde, unter Ausschaltung dieses Mangels, die weltweit erste elektronische Tageszeitung für Blinde ("ETAB") (konzipiert von der Stiftung Blindenanstalt [Polytechnische Gesellschaft], Frankfurt/M., und realisiert in Kooperation mehrerer Institutionen) mit einer vollständigen Ausgabe der "Frankfurter Rundschau" 1990 auf der CeBit-Messe in Hannover öffentlich vorgestellt.

Die elektronische Blindenzeitung  ist prinzipiell von jedem Blinden oder hochgradig Sehbehinderten nutzbar, der einen Kabelanschluß oder eine Satellitenantenne (u.U. auch eine normale Antenne) besitzt und über einen Computer (mit bestimmten Auflagen) mit einigen Zusatzgeräten verfügt. Die Ausgabe der Zeitung kann alternativ über Braillezeile (zum Ertasten auf einer Schiene unterhalb der Computertastatur), synthetische Sprachausgabe (über Lautsprecher), Großschriftprozessor (der die Buchstaben auf dem Computer-Bildschirm stark vergrößert abbildet) oder Braille-Drucker (der die Blindenschrift auf Papier überträgt) erfolgen.

Da ETAB wie eine Datenbank aufgebaut ist, kann sich der blinde Leser mit Hilfe von Stichwörtern einen schnellen Überblick über das Gesamtspektrum der Zeitung verschaffen, gezielt zu einem Thema Artikel suchen und die Zeitung wie ein Sehender auch "durchblättern". Für die Zukunft ist geplant, auch andere Zeitungen und Zeitschriften sowie Bücher auf diesem Wege zu verbreiten.

 

Quelle:    Diese Information ist ein kleiner Auszug aus dem interessanten Buch:

Margarete Rehm
Information und Kommunikation in Geschichte und Gegenwart

Hier können Sie den ganzen Text lesen.

 

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